Allgemein

ich habe mich jetzt extra eingeloggt um das Rätsel wie wir den Weltuntergang stoppen können festzuhaltn. Jetzt bin ich da und habe keinen blanken Schimmer mehr, was ich unbedingt schreiben wollte. Ich wurde geblitzdingst. und ich will nicht dass Will Smith nochmal so um seine Frau kämpft. Will Smith ist ein Romantiker. und alle lieben Leonardo di Caprio, der spielt immer die komplettschwachmaten ohne jedes Gefühl. was für crasse Schauspieler um Schizophrenie darzustellen. Bruno Gans in seiner besten Rolle? Als Adolph Hitler im Untergang. Wieso wissen wir, was im Unergang passiert? Der hat seine Sekretärin und noch ein paar andere Gestalten mit in den Bunker genommen. Man macht keinen Schlussstrich. DAnn geht es ja nicht mehr weiter. was hält länger an Kunst oder Leben? m also ich würde vlt die Mitte nehmen. da bin ich unentschlossen. braucht die Welt einen Virus? ja, sonst würde sie nicht überleben. Aber ist ein Virus lebendig? nein ein Stein ist lebendiger als das Virus, der Virus ist tot, weil er sich nicht bewegt, er ist ein bug im System. Was zur Hölle ist los auf dieser Welt? Wollen wir alle Sterben????? also ich nicht ich möchte so lange leben wie ich kann. und jetzt beneidet mich nicht, denn genau das wird uns alle in den Mittelpunkt des schwarzen Lochs befördern und das ist zu 1110% toot und leeeer. Leher ich habe eine bitte sei ein Leerer und kein Lehrer. Feedback an meine Pädagog*innen. Hab euch lieb! Viel Glück und Erfolg bei der Arbeit. Denkt an die Kinder.

Allgemein, Leser und Sammler

Sonne und Beton

Roman von Felix Lobrecht

Sonne und Beton ist spannend, liest sich gut und hat mich an manchen Stellen an meine Berliner Familie erinnert. Ich habe das Gefühl, dass Felix Lobrecht ein aufmerksamer Zuhörer ist und deshalb viel Menschenkenntnis besitzt. Die Dialoge der Charaktere beschreiben den jeweiligen Charakter echt gut. Es lässt sich anhand der Gespräche erkennen, ob ein Charakter aus Neukölln oder Ostberlin kommt, ob ein Charakter jugendlich oder Erwachsen ist und aus welcher Bildungsschicht und Klasse der-/diejenige kommt. Diese Charakterunterscheidungen nur aufgrund der Dialogart, durch das wie und was geredet wird, zu erreichen habe ich bisher noch in keinem deutschen Roman so ungezwungen gelesen.

Sonne und Beton wurde auch letztes Jahr verfilmt. Ich habe den Film noch nicht gesehen und werde das vielleicht diesen Sommer nachholen können.

Allgemein, Leser und Sammler

Reserve

von Prinz Harry

Das Buch gibt eine hervorragende Auskunft über ein paar schöne Erinnerungen aus Harrys Leben, seinem beruflichen Werdegang im Militär und vor allen Dingen auch die Schattenseiten als Berühmtheit, dessen Leben von Geburt an im medialen Interesse benutzt wird.

Die deutlichste Botschaft aus Prinz Harrys selbstverfasster Biographie ist der Umgang der Medien mit den Mitgliedern der britischen Königsfamilie. Der Tod seiner Mutter Lady Diana hinterließ bei ihm ein Trauma, das er erst als Erwachsener in einer Therapie versucht hat aufzuarbeiten. Als die Medien Jagd auf seine Frau Meghan und ihre Familie machten, kam es zu einer Re-/Traumatisierung. Es war für Prinz Harry keine Option mehr, den Rat seiner Familie zu befolgen, einfach abzuwarten bis die Medien sich ein neues Opfer suchten. Es musste endlich öffentlich klargestellt werden, dass sie keine Beute sind die man jagen und abknipsen kann. Außerdem waren die Medien voller dreister Lügen und gewollter Übertreibungen und Fehlinformationen oder sie waren schlichtweg rassistisch.

So berichtet Prinz Harry in Teil 3 Kapitel 19 vom Anfang des Shitstorms gegen seine Frau Meghan:

„In jenen ersten Stunden und Tagen im November 2016 wurde alle paar Minuten ein neuer Tiefpunkt erreicht. Ich war schockiert und schalt mich dafür, dass ich es war. Und dafür, unvorbereitet zu sein. Ich hatte mich für den üblichen Wahnsinn gewappnet, für die gängigen Verleumdungen. Was ich jedoch nicht erwartet hatte, war das Ausmaß an hemmungsloser Verlogenheit.

Vor allem war ich nicht auf den Rassismus vorbereitet. Auf beide Arten, den versteckten, unterschwelligen Rassismus und den unübersehbaren, vulgären, grellen Rassismus.“ (Reserve S.369)

Sobald die Medien über jemanden berichten, glaubt man als Unbeteiligter: 1. ok die Story hier ist sehr privat, aber die Stars bekommen dafür ja auch was: Aufmerksamkeit und Geld. Klar brauchen sie dann rund um die Uhr Bodyguards aber das ist halt der Preis dafür reich und berühmt zu sein. Oder 2. :das klingt ja sehr an den Haaren herbeigezogen, aber dahinter verbirgt sich bestimmt ein wahrer Kern. — Dem ist hinzuzufügen, 1. Nein, kein Geld der Welt rechtfertigt es einen solchen öffentlichen Rufmord zu begehen und sich dadurch selbst zu bereichern und 2. Nein. Das meiste ist gelogen.

Harry und Meghan haben in ihrem Kampf um persönliche Sicherheit und Privatsphäre die britischen Titel abgegenen und das zu den für sie denkbar schlechtesten finanziellen Bedingungen. Sie haben dieses Ausmaß an Medienterror und Verleumdung nicht gewollt, sondern sich so gut es geht dagegen gewehrt.

Leser und Sammler

Ich bin eure Stimme

Das Mädchen, das dem Islamischen Staat entkam und gegen Gewalt und Versklavung kämpft.

von Nadia Murad

Nadia Murad ist Jesidin. Sie lebte in einem kleinen Dorf im Irak, bevor der Islamische Staat ihr und ihrer Familie abgrundtiefes Leid angetan hat.

Wenn man nicht sagen kann, ob ein sofortiger Tod glücklicher wäre als das Überleben, dann geschehen Dinge, die ein Mensch ohne Schaden und Trauma nicht überstehen kann. Es kostet alles an Kraft für die Überlebenden überhaupt noch am Leben zu sein. Nadia Murad führt ein kämpferisches Leben, nicht weil sie will, sondern weil sie muss; da ihr Leben durch die erlittene Gewalt Kämpfen bedeutet. So lebt sie, indem sie sich für andere Menschen einsetzt, als Menschenrechtsaktivistin.

Nadia Murad meinte, sie hätte sich damals so gefühlt als wäre sie in der Gefangenschaft nicht mutig genug gewesen. Allerdings weiß sie auch, dass Opfer von Gewalt sich immer wieder die Vorwürfe machen, sich zu wenig gewehrt zu haben. Deshalb erklärt die Autorin den Lesenden wie schwierig es ist, sich als Opfer von massiver Gewalt keine Selbstvorwürfe zu machen.

Darüber hinaus ist es in der jesidischen Kultur sehr wichtig als unverheiratete Frau noch Jungfrau zu sein. Viele Jesidinnen hatten Angst, dass ihre Familie sie nach dem erlittenen Missbrauch, der ihnen angetan wurde, verstoßen würde.

Auch nach einer Befreiung kommt es manchmal noch dazu, dass manche von ihnen Suizid begehen.

Die eigene Geschichte immer und immer wieder zu erzählen reißt Wunden auch immer und immer wieder auf. Trotzdem hat es sich Nadia Murad zur Aufgabe gemacht, das Sprachrohr der Opfer von Kriegsverbrechen zu sein. Dieses Buch zu schreiben und es zu veröffentlichen, hat wahrscheinlich sehr viel Kraft gekostet. Ihre Stimme steht für die vielen tausenden Opfer des Islamischen Staates und darüber hinaus auch für alle Opfer sexueller Gewalt und die Opfer religiöser Verfolgung.

Ich wünsche mir, dass ihre Botschaft an die internationale Politik erhört wird. In der Hoffnung, dass sich Geschichte nicht wiederholt.

Allgemein, Blende 8

Und was habe ich davon?

Warum es so wichtig ist, die Menschenwürde und die Grundrechte zu verteidigen.

In ein paar vorherigen Beiträgen habe ich darauf hingewiesen, dass es wichtiger ist die Menschenwürde zu verteidigen als Deutschland national zu unterstützen. Das erscheint erstmal logisch, aber es ist gar nicht mal so einfach zu erklären.

Was passiert, wenn wir versuchen einen Gedanken zuzulassen, den wir Linksgrünen auf gar keinen Fall wahrhaben möchten:

Was wäre, wenn es dem deutschen Staat durch die Deportation von einzelnen Bevölkerungsgruppen und mit der Versklavung von Geflüchteten im internationalen Wettbewerb wirtschaftlich tatsächlich besser geht als sich an die Menschenrechte zu halten? Wäre es nicht möglich, dass deutsche Bürger*innen durch die Unterdrückung von Migrant*innen und den Schießbefehl an der Grenze enorm profitieren könnten? Können wir angesichts der Klimakrise nicht viel mehr Deutsche retten, wenn unsere Politik für die Deutschen Politik macht und nicht für die Weltgesellschaft?

Das alles klingt schon sehr grauenvoll, aber vielleicht gibt es ja doch noch Vernunftargumente, wenn schon eine grundsätzliche Empathie in unserem Szenario völlig abhanden gekommen ist. Selbst wenn hier ein weiterer wirtschaftlicher oder Status erhöhender Vorteil entstehen kann, bin ich der festen Überzeugung, dass es der Bevölkerung in diesem Zukunftsszenario an Zufriedenheit fehlen wird.

Warum ist das anzunehmen?

  1. Weil schon jetzt in unserer postkolonialen Welt zwischen der Nord- und Südhalbkugel große konfliktbeladene Machtdifferenzen herrschen. Gesellschaften, in denen es die geringsten sozialen Unterschieden zwischen Reichen und Armen gibt, sind nachgewiesenermaßen die glücklichsten. Wenn wir es also schaffen durch Steuern und faire Preise in der Wirtschaft unseren Wohlstand aneinander anzugleichen, schaffen wir insgesamt bessere Lebensbedingungen.
  2. So wie ein System mit einer Arbeitskraft eines Menschen umgeht, so geht es auch mit den natürlichen Ressourcen ihrer Umwelt um. Heißt also, eine Politik, die Arbeiter*innen als Menschen respektiert, der respektiert auch den Wert der Natur und arbeitet in/mit ihr umweltschonend/schützend. So sichert dieses Miteinander ein Überleben für kommende Generationen.
  3. Um sozialdemokratische Politik zu machen, benötigt es eine politische Orientierung an den Werten der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit wie sie in der französischen Revolution auf den Punkt gebracht wurden. Ohne die Absicht einer internationalen Umsetzung, verlieren diese Ziele national an Gewicht vor dem Gesetz bis sie schließlich ganz wertlos verhallen.
  4. Gesetze und eine Politik, die nicht nach bestem moralischen Wissen und Maßstab gemacht worden sind, werden den Rechtsschutz der Bürger*innen schwächen. Wenn sich der Staat als erstes selbst verteidigt und als zweites den Menschen, wird es selbst für die Bürgerinnen und Bürger dieses Staates ungerechter. Denn von da an ist der Staat und nicht der einzelne Bürger die wahre Nummer 1 in diesem Rechtssystem.

Das heißt also: wer die Würde von Menschen zum Zwecke der eigenen Besserung missbraucht, verspricht sich dadurch Vorteile, die aber nicht als gesichert gelten können. Sicher ist aber, dass man selbst an Macht einbüßt, denn auch die eigene Menschenwürde wird durch die eigene Wahl eines solchen Systems nur auf dem zweiten Platz degradiert. Eine Nation braucht keine Bäume, keine Nahrung, Kultur, Bildung oder Wissenschaft. Eine Nation braucht nur Polizei und Militär. Wenn eine Nation den ersten Platz im Rechtssystem bekommt, dann werden wir auch genau das bekommen, was eine mächtige Nation braucht. Und nicht das, was sich die Menschen, die dort leben, wünschen würden. Also Augen auf bei der nächsten Wahl.

Sei die Nummer eins. Wir sind es uns wert.

Leser und Sammler

Unsere Körper sind euer Schlachtfeld. Frauen, Krieg und Gewalt. Christina Lamb (2020)

All I’m askin’ is for a little respect

Das Buch hört mit dem Herzen zu: es berichtet unfassbar stark von den Stimmen der Opfer größter menschlicher Grausamkeit und Brutalität.

Vor etwa zwei Jahren habe ich angefangen dieses Buch über die Vergewaltigung von Frauen als Kriegsmethode zu lesen. Es ist mit Abstand das schwerste und heftigste Buch, das ich jemals gelesen habe. Ich würde niemandem empfehlen das Buch unter Zeitdruck zu lesen. Ich habe nie mehr als ein Kapitel am Stück geschafft. Es kam ein paar mal vor, dass ich nach einem Kapitel geweint habe oder unter Schock stand. Trotzdem ist dieses Buch extrem wichtig, denn es lässt zu, dass die Opfer sexueller Gewalt in Kriegsgebieten ihre Geschichte erzählen.

In dem Buch wird deutlich, dass in Kriegen die Vergewaltigung von Frauen und Kindern ein politisch bewilligte Kriegsstrategie ist, den Gegner zu schwächen, indem das Volk strategisch traumatisiert und terrorisiert wird. Deshalb sollte die Anordnung, Förderung und Duldung von Vergewaltigung im Krieg zusammen mit chemischen Waffen und Minen auch im Krieg weltweit verboten oder bei Verstoß als Kriegsverbrechen strafrechtlich verfolgt werden.

Das Schlimmste, was Menschen einem anderen Menschen antun, ist ihn zu entmenschlichen. Wenn der Körper eines Menschen als Schlachtfeld eines Krieges verschiedener Parteien genutzt wird, erfährt dieser Körper furchtbare Kriegsverbrechen. Aber ein Körper ist mehr als ein Ort, auf dem gekämpft wird, er gehört zu einem Menschen, der versucht diesen furchtbaren Ereignisse zu verarbeiten. Wahrscheinlich leidet er darunter sein Leben lang. Kant hob das moralische Prinzip hervor, dass kein Mensch einen anderen als Ding betrachtet und seine Arbeit als Werkzeug benutzt ohne den Menschen dahinter zu würdigen und zu respektieren. Daher ist es in einem Rechtsstaat das universale Ziel, dass die Würde eines jeden Menschen unantastbar sei. Dies ist der wohl wichtigste gerichtliche Kampf, der für uns alle zählt. Mensch bleibt Mensch. Auch im Krieg und nach dem Krieg müssen Täter*innen für Verstöße gegen die Menschlichkeit zur Rechenschaft gezogen werden. Somit wäre es möglich den Opfern weltweit Unterstützung zukommen zu lassen.

Die Interviewpartnerinnen berichteten nicht nur von der sexueller Gewalt, sondern auch davon als vergewaltigte Frau in der jeweiligen patriarchalen Gesellschaft an den Rand gedrängt zu werden. Von ihnen wird in der Politik höfliches Stillschweigen erwartet um die Vergangenheit staatlich und diplomatisch zu kaschieren. Das führt dazu , dass sie so gut wie nie eine Wiedergutmachung erhalten. Die Täter werden in den allermeisten Fällen nicht einmal angeklagt. Die Opfer müssen manchmal mit den früheren Tätern im gleichen Dorf/derselben Stadt leben. Nicht über die Gewalt zu reden, die ihnen angetan wurde, stigmatisiert die Opfer abermals. Das Schweigen, das ihnen von der Gesellschaft aufgelegt wird, verhindert, eine psychotherapeutische Aufarbeitung. Anders als dem Rest der Gesellschaft, wird ihnen die Möglichkeit verwehrt mit den Verbrechen abschließen zu können. So kann es ohne weiteres dazu kommen, dass sich die Gewalt weltweit wiederholt und auch zukünftige Gewalttaten keine Hürden zu befürchten haben.

Die Welt muss eine andere gerechtere Perspektive auf Opfer von Gewalt durchsetzen. Das geht nur durch Aufarbeitung, durch Offenheit und auch durch Gerichte, die bestätigen, dass hierbei aufs Deutlichste Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt wurden und ja auch immer noch werden. Gerichtlich wird seit einigen Jahren schon versucht das Bewusstsein von Vergewaltigung als Kriegsverbrechen zu etablieren. Vereinzelt gab es gerichtlich bereits strafrechtliche Erfolge. Im großen und ganzen wird ein Vergewaltiger oder eine Massenvergewaltigung sehr selten angezeigt und noch seltener gerichtlich verurteilt.

Man könnte hier leicht den Mut verlieren, dass Menschen schlecht sind und Grausamkeiten zur Welt und vor allem zum Krieg dazu gehören. Aber dann wehren sich mutige Menschen dagegen und riskieren weitere Retraumatisierungen um der Welt zu sagen, dass wir alles tun müssen um Menschen zukünftig vor diesem Schmerz und Leid zu schützen. Gewalt darf nicht relativiert werden und es darf dem Opfer keine Schuld gegeben werden, damit es hier nicht zu einer Täter-Opfer-Umkehr kommt, die zum Leid einfach nochmal weiteres Leid hinzufügt.

Hinzusehen und zu begreifen, dass die Geschichten der Opfer keine Fiktion in einer Horrorgeschichte sind, sondern solche Gewalt real auf dieser Erde passiert, ist hart, kaum zu begreifen und schockiert heftig. Und trotzdem ist es ein Fortschritt, dass von diesen Verbrechen erzählt und gewusst wird. Wofür? Für Respekt gegenüber den Opfern und für die Verteidigung unserer Menschenwürde.

Weitere Buchtipps:

  • Zu Gewalt in Kriegs- und Krisengebieten: Von den Kriegen (2016)und Weil es sagbar ist (2015) von Carolin Emcke. In diesen Büchern wird die Gewalt weniger deutlich und ausführlich als bei Christina Lamb beschrieben. Diese Bücher haben aber auch zum Ziel, dass die schlimmste und größte Gewalt, die Menschen erlitten haben, in Worte gefasst werden muss, weil ein Schweigen immer die Täter*innen schützt und die Opfer einsam und isoliert von Hilfe alleine zurücklässt.
  • Zu sexueller Gewalt und den Anfängen der amerikanischen #Metoo-Debatte: Durchbruch. Der Weinstein-Skandal, Trump und die Folgen von Ronan Farrow (2019)
  • noch auf meiner Leseliste: Nadia Murad: Ich bin eure Stimme. Das Mädchen, das dem Islamischen Staat entkam und gegen Gewalt und Versklavung kämpft. (2017)
Leser und Sammler

Brüste und Eier von Mieko Kawakami (2020)

Wird es glücklich sein?

Karriere, Kind, Beziehungen und Gesundheit: ein japanischer Roman zu weiblichen Lebensentwürfen

Die Ich-Erzählerin Natsuko Natsume ist Anfang 30, als sie ihre Schwester Makiko und deren Tochter Midoriko zu sich nach Hause einlädt. Makiko überlegt sich die Brüste operieren zu lassen. Es wird erzählt, dass sich manche Frauen sogar die Brustwarzen bleichen, damit sie möglichst rosa aussehen. Dies ist sowohl eine schmerzhaft als auch eine nicht ganz ungefährliche Prozedur, welcher sich diese Frauen trotz allem aussetzen. Midoriko hingegen fragt sich, ob das Leben ihrer Mutter ohne sie nicht so viel besser gewesen wäre. Hier kommt zum ersten Mal die Frage auf, warum Frauen überhaupt Kinder bekommen und sie großziehen.

Hin zum zweiten Teil sind etwa 8 Jahre vergangen. Mittlerweile überlegt Natsuko selbst ein Kind zu bekommen. Ihre Schwierigkeit dabei ist, dass sie weder eine feste Beziehung zu einem Mann, noch Sex haben möchte. Sie recherchiert und findet im Internet verschiedene Möglichkeiten zu einer Samenspende zu gelangen. Aber wird mein Kind auch ohne Vater glücklich sein können? Ist es selbstsüchtig ein Kind zu wollen ganz ohne Beziehungspartner*in? Was ist ihr eigentlicher Grund sich für ein Kind zu entscheiden? Und kann sie dann überhaupt noch weiterhin Kunst schaffen und großartige Bücher verfassen?

Das Buch diskutiert diese Fragen sehr aufschlussreich. Für mich war das Glücksargument besonders interessant. Hinter der Frage, ob ein Kind auch ohne Vater glücklich sein kann, steckt auch der Wunsch seinem Kind ein durchweg glückliches Leben zu bieten.

An sich ist es nicht schlecht, dem Kind das Beste zu wünschen, aber nicht alle Kinder werden ein glückliches Leben führen. Wie sehr man sich auch bemüht, liegt es nicht in der Hand einer einzelnen Person eine andere komplett mit Glück auszustatten. Die Eltern meinen es nur gut, wenn sie ihre Kinder von Trauer fernhalten wollen, nichtsdestotrotz muss ein Kind die Möglichkeit bekommen traurig zu sein oder auch wütend oder ängstlich. Es muss den Umgang mit Emotionen und Gefühlen lernen, damit es überhaupt erkennen, wann es glücklich ist.

„Ich wäre am Boden zerstört, wenn meine Tochter missbraucht wird.“ – an sich ist es ehrlich, aber: wenn das Kind Angst vor Gewalt hat, weil sonst es sonst seine Mutter ins Unglück stürzt, dann ist dem Kind angesichts aller Gewalt und Probleme, die es hat, nicht geholfen.

Ich habe das Buch auf Englisch gelesen, ich vermute aber, dass es sich auch auf Deutsch gut lesen lässt. Die meisten Charaktere in dem Buch sind weiblich. Es liest sich so als wäre man inmitten einer Diskussion unter Freund*innen.

Weitere Gedanken zum Kinderkriegen

  • die Entscheidung, ob ich ein Kind bekomme oder nicht, mache ich nicht von meinem Partner/ meiner Partnerin abhängig. Wenn ich ein Kind möchte, dann muss ich die Versorgung auch unabhängig von meiner partnerschaftlichen Beziehung stemmen können.
  • Durch meine Krankheit weiß ich, dass ich alleine nicht dauerhaft die Kraft dazu habe Kinder zu versorgen. Deshalb werde ich Hilfe von sozialen Organisationen und Freund*innen und Familie brauchen um mich zu unterstützen. Wichtiger Punkt: es ist nie verkehrt sich einzugestehen, dass man Hilfe braucht, sondern es ist sehr verantwortungsbewusst.
  • Mein Kinderwunsch beruht darauf, jemanden zu versorgen, jemandem Schutz und Halt zu geben, es aufwachsen zu sehen und eine Familie zu bilden.
  • Ich habe gemerkt, dass für diese Wünsche das Kinderkriegen nicht unbedingt nötig ist. Es gibt für ich in verschiedenen Jobs, Ehrenämtern und freundschaftlichen Beziehungen auch die Möglichkeit für andere Menschen unterstützend da zu sein und sich die Familie selbst auszusuchen.
  • Die Frage, ob man Pränataler Diagnostik zustimmen würde oder nicht, hat mir sehr geholfen, mir bewusst zu werden, was Kinderkriegen überhaupt bedeutet. Eltern wünschen sich keine Behinderung für ihr Kind und auch kein Kind, dass nicht sehr lange zu Leben hat. Trotzdem kann es sein, dass genau dies passiert. Sind die Eltern dann an dem Kind interessiert, wenn man systematisch Embryonen mit Behinderung aussortiert? Geht es hier eher um ihren eigenen Wunsch eines Kinderideals, dem das Kind schon vor der Geburt entsprechen muss?

Unsere Gesellschaftsstrukturen machen es absolut nicht einfach ein Kind mit Behinderung großzuziehen. Dabei wäre Deutschland durchaus in der Lage ein Schul- und Gesundheitssystem zu kreieren, dass für alle da ist und unsere Gesundheit achtet und respektiert. Die Leistungsgesellschaft ist mittlerweile nicht nur für Menschen mit Behinderung sondern für alle Menschen stark belastend. Sie treibt uns häufig dazu über unsere körperlichen und seelischen Grenzen hinauszugehen. Viele Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens an diesem zunehmenden Druck und Stress. Bei einigen bleibt dies dann chronisch. Deswegen halte ich es für den falschen Ansatz Embryonen auszusortieren, anstatt den allgemeinen Leistungs- und Perfektionsdruck zu verstärken.

Leser und Sammler

„Segu“ von Maryse Condé (1984)

Triggerwarnung: Sklaverei, Rassismus, Depressionen, Suizid, Vergewaltigung, Gewalt gegen Kinder

Dieses Buch erzählt zum Anfang des 19. Jahrhunderts über mehrere Generationen hinweg die Familiensaga einer adeligen Familie aus Segu, die Hauptstadt eines afrikanischen Reiches aus dem 17. bis ins 19. Jahrhundert im heutigen Mali. Durch die unterschiedlichen Biographien einzelner Familienangehöriger erhält man einen guten Einblick in die Kulturen und den Glauben westafrikanischer Gruppierungen, welche durch den Islam und andererseits durch christliche Missionierungen zu jener Zeit einen besonders heftigem Umbruch erfahren haben. Dabei werden die Geschichten der Söhne und Brüder genauer verfolgt als die der Frauen und Mütter. Die Fülle an Erzählstoff wurde bewusst oberflächlich gehalten, da das Schicksal eines einzigen Charakters schon dazu gereicht hätte einen eigenen Roman zu füllen.

Besonderen Wert in den Machenschaften der Herrschenden in Segu und Umgebung wird am wenigsten auf das Militär und am meisten auf die kulturellen und religiösen Veränderungen im Volk gelegt. Sklaverei, Kolonialismus und der zunehmende Einfluss der Europäer in ihre Gebiete spielt dabei eine wesentliche aber nicht die einzige Rolle in der Politik der Herrscherklasse.

Es liest sich ein bisschen so, wie sich die Rollenspielgeschichte einer Familiendynastie in Crusader Kings III spielt. Der Fokus liegt so gut wie immer auf den männlichen Haupterben, auf deren Werdegang, den Hochzeiten und Geburten sowie den daraus resultierenden politischen Machenschaften. Allerdings hatte ich das deutliche Gefühl, dass kein einziger Charakter, weder männlich noch weiblich sich langfristig zufrieden und glücklich gefühlt hätte. Im Gegenteil schienen sie mir alle enttäuscht zu sein vom wirklichen Leben. Sie fühlten sich ihres hohen Standes gemäß nicht genug anerkannt, zu gering gewertschätzt und erlitten deshalb häufig schwere Depressionen. Viele Charaktere, männliche wie weibliche haben Suizidgedanken und einige begehen Selbstmord.

Da die Hauptcharaktere adelig sind haben sie im Laufe der Geschichte häufig den großen Druck der Verantwortung für ihre Familie und für die Stadt Segu. so gut wie keiner erreicht es letzten Endes den Erwartungen der Familie gerecht geworden zu sein. Es wird von allen Charakteren nach Liebe gesucht, aber außer der einen Mutterliebe blieb ihnen keine Liebe auf Dauer erhalten. Die romantischen Beziehungen verursachten meistens den Charakteren große Probleme und die Ehen sind für fast alle Beteiligten in ihrem Leben eine große Enttäuschung.

Die Geschlechterrollen von Frauen in diesem Roman als Mütter, Ehefrauen, Konkubinen und Prostituierten ist aus heutiger Sicht sehr patriarchal und reduzieren die Frauen zu Nebencharakteren. Hier ist es wichtig zwischen der Darstellung der Frau in den 1980er Jahren, in denen das Buch entstanden ist und dem damaligen diskriminierenden und rassistischen Kontext des Romans Anfang des 19. Jahrhunderts in Westafrika, Südamerika und Großbritannien zu unterscheiden.

Dass auch Anfang des 19. Jahrhunderts ein gewaltvolles Verhalten gegenüber Frauen und Mädchen moralische und rechtliche Grenzen hatte, erkennt man an der Szene, in der ein 11 jähriges Mädchen von zwei Männern vergewaltigt wurde. Somit sollte nach damaligem Recht nun dieses Mädchen einen der Vergewaltiger heiraten um die Schande zu begleichen, die ihr und ihrer Familie dadurch angetan wurde. Ein Blick in ihre Gedanken lässt erschreckender weise erkennen, dass sich das Mädchen dazu bereit erklärte, sie aber als so junges Kind noch keine Ahnung hatte, welches Leid sie dadurch in ihrem Leben noch erfahren wird. Nachdem der Hauptcharakter aus dieser Situation das Mädchen heiraten zu müssen entkommen ist, erfährt man nichts mehr von ihrem Schicksal.

Alles in allem ist „Segu“ ein epochaler historischer Roman, der die damaligen politischen und kulturellen Verhältnisse erzählerisch gut ausarbeitet. Trotz des beabsichtigten Realitätsbezugs hätte ich sowohl den weiblichen als auch den männlichen Charakteren durchaus auch gerne zugestanden, ein bisschen mehr Beziehungs- und Familienglück zu erfahren und etwas weniger Schwermut und Liebesentzug zu erleiden. So bleibt die Stimmung und die Lebensperspektive der Figuren bis zum Ende unglücklich und von Kummer belastet.

Das Ende des Romans kommt ohne Hinleitung oder abschließende Worte, da hier kein Handlungsstrang beendet worden ist. Die beiden offenen Handlungsstränge werden einfach so gelassen, da die Familie groß und so weit verstrickt ist, dass aus ihren Geschichten offensichtlich kein komplettes Ende entstehen kann. So folgt auf die letzten Worte des Romans schließlich eine interessante Auflistung realer Personen, Gruppierungen, Orte und Ereignisse, die als Vorlage zur Inspiration für dieses Buch gedient hatten.

Kleine Buchtipps:

  1. Wer sich für die Geschichte Westafrikas interessiert, den könnte auch das Sachbuch: „Das goldene Rhinozeros. Afrika im Mittelalter“ von Francois – Xavier Fauvelle interessieren. Es beschreibt die archäologische Forschung bis in die Zeiten des Mittelalters auf dem afrikanischen Kontinent.
  2. Eine Art Manifest zum kulturellen Wandel in Afrika ist das Werk von Felwine Sarr: „Afrotopia„. Hier wird auf die Entwicklung moderner afrikanischer Kultur aufmerksam gemacht. Abermals wird sich nach den kolonialen aufgezwungenen Kulturen auf einen neuen, eigenen kulturellen Pfad begeben.
  3. Weiterhin auf meiner Leseliste ist der Roman: „Drei starke Frauen“ von Marie NDiaye von 2009. Hier soll es um afrikanische, weibliche Migrationserfahrungen gehen.

Leser und Sammler

Prügel. Eine ganz gewöhnliche Geschichte häuslicher Gewalt. von Antje Joel (2020)

Heute. Morgen. Übermorgen.

Opfer von Gewalt werden mit folgendem Dilemma konfrontiert: entweder bist du nicht schuld, dann hattest du in dieser Situation aber auch keine Macht und empfindest ein Gefühl der Machtlosigkeit, oder du nimmst die Schuld einer Situation auf dich, denn dann warst du auch selbst verantwortlich, also auch handlungsfähig und daher mächtig.

Opfer von Gewalt sind weder schwach, noch sind sie durch die Gewalterfahrung stärker geworden. Opfer sein ist nicht die Identität eines Opfers, aber es beeinflusst ihre Beziehung zu sich selbst und zu anderen Menschen, Menschengruppen, oder Institutionen und allgemein der Gesellschaft. Diese Beeinflussung ist negativ, besonders das Vertrauen in unterschiedliche der genannten Beziehungen wird je nach der Art des Agressors und der Gewalterfahrung erschüttert. Ein Gefühl der Isolation, der Abschottung, Einsamkeit und des Alleinseins ist die Folge. Deswegen tut es gut sich zu solidarisieren mit Menschen, die Verständnis zeigen. Viele haben ähnliches erlebt, andere nicht. Nichtsdestotrotz zeigen einige Menschen ein Interesse am Schicksal anderer, da so ein gemeinsames Leben für alle besser ist.

„Dann gehe doch einfach, wenn er dir nicht gut tut.“

„Warum lässt du so etwas mit dir machen? Hast du denn kein Selbstwertgefühl?!“

So oder so ähnliche Sätze fallen, wenn ich Freundinnen und meiner Familie von meiner Ex-Beziehung erzählt habe. Es war gut gemeint, sie wollten mir helfen, indem sie mir vermitteln: du bist kein Opfer, du kannst dich wehren und dich selbst behaupten und bist gar nicht so schwach. Das war gut gemeint, aber stimmte nicht. Ich wurde zum Opfer in dieser toxischen Beziehung. Das heißt nicht, dass ich etwas falsch gemacht habe. Es heißt nur, dass ich nicht einfach selbstbestimmt und frei gehen kann wie es am besten für mich wäre. Daraus folgt, dass ich nicht schuld daran bin, in einer toxischen Beziehung zu leben. Der Täter und Beziehungspartner ist der Schuldige. ich gebe nicht gerne zu zu einem Opfer geworden zu sein. Es fällt leichter mir vorzumachen ich hätte genug Macht das eigene Leben selbst zu bestimmen.

Die Journalistin und Autorin Antje Joel schreibt in ihrem Buch „Prügel. EIne ganz gewöhnliche Geschichte häuslicher Gewalt.“ biographisch von den Gewalterfahrungen in ihrer ersten und ihrer zweiten Ehe. Ihre Geschichte ist leider kein Ausnahmefall. Die zugrundeliegende Statistik, dass jede dritte Frau Opfer von häuslicher Gewalt geworden ist, ist erschreckend und durch das allseitige öffentliche Schweigen schwer nachvollziehbar. Wegschauen sobald es privat wird, kann dabei nicht helfen.

Das Buch enthält ein Kapitel mit Warnhinweisen, die auf ein missbräuchliches Beziehungsverhalten frühzeitig deuten können. Diese Erkennungsmerkmale beruhen auf ihren eigenen Erfahrungen und den Erfahrungen anderer Missbrauchsopfer. Medial interessieren sich immer mehr Menschen für sogenannte Red flags in Beziehungen. Ich finde es gut, sich darüber auszutauschen und besonders jungen Menschen eigene unliebsame Erfahrungen mit auf den Weg zu geben.

Antje Joel räumt außerdem mit den psychotherapeutschen Mythen auf, die Täter hätten ein geringes Selbstwertgefühl, wären psychisch krank oder hätten schlechte Beziehungserfahrungen hinter sich. Vielmehr ist es so, dass sie für das gewalttätige Verhalten gegenüber Frauen in unserer Gesellschaft kaum mit angemessenen Konsequenzen rechnen müssen. Die bittere Wahrheit ist, dass die Gesellschaft die Paarbeziehungen und Ehen zur Privatsache erklären, in die sich von außen niemand einmischen soll.

Damit Täter nicht weiterhin von ihrem Lebensentwurf profitieren, benötigt es Beziehungsaufklärung: Menschen, die beschreiben, was ihnen als Opfer angetan wurde, wie die Täter es immer wieder geschafft haben ihm die Schuld zu geben und sein Umfeld für sich zu gewinnen, es damit gegenüber allen anderen zu isolieren und zu entmächtigen. Die Wahl eines bestimmten Partners kann schlecht für einen sein. Deswegen ist jedoch niemand und schon gar nicht der eigene Partner dazu berechtigt mir seelische und körperliche Gewalt zuzufügen. Nicht nach 5 Minuten und auch nicht nach 25 Jahren.

Blende 8

„Dear future husband“

da Meghan Trainors Wünsche an ihren Beziehungspartner in ihrem Song für mich noch viel zu Wünschen übrig lassen, möchte ich eine eigene Wunschliste meiner Traumbeziehung erstellen:

Charakterliche Welthaltung: respektvoller Umgang gegenüber Menschen, der Gesellschaft, Tieren und der Natur

Selbstständiger Zeitvertreib: in einer Partnerschaft sollten beide Zeit ohne den anderen verbringen können, eigenen Interessen und Hobbys nachgehen. Als Partnerin freue ich mich darüber, dass mein Freund einen guten Freundeskreis hat und mit diesen Leuten auch Zeit verbringt und Spaß hat. Dasselbe kann ich dann auch von meinem Partner mir gegenüber erwarten.

Keiner muss wie ein Entertainer die Beziehung dauerhaft spannend und unterhaltsam gestalten. manchmal ist es auch schön an einem einfachen Ort ohne große Aktion das Zusammensein wertzuschätzen. das Lied „Frankfurt Oder“ von Bosse handelt von so einer gemeinsamen Beziehungszeit.

Es ist mir wichtig, dass ich mit meinem Partner respektvoll streiten kann. der Streit kann laut sein, wichtig ist mir eher, dass es fair bleibt und wir beide gedanklich überprüfen, ob die andere Person recht haben könnte und der Fehler bei einem selbst lag. Dafür benötigt es eine grundlegende selbstbewusste Kritikfähigkeit: die Fähigkeit eigene Fehler zuzugeben, sich ehrlich beim anderen zu entschuldigen und wenn nötig eine Wiedergutmachtung zu leisten.

Eigenständige Gesundheitsversorgung: Ich habe eine psychische Erkrankung. Das erschwert eine Beziehung, es ist aber noch kein Beziehungsaus. Meine Freunde tun mir gut, trotzdem sind sie nicht meine Ärzt*innen. In bestimmten Phasen der Krankheit bin ich anstrengend und belastend für andere, das lässt sich kaum vermeiden. Der Umgang mit der Krankheit liegt aber immer in meiner Verantwortung. Die Unterstützung meiner Freunde ist hierbei keine Selbstverständlichkeit. Ich sollte sie daher nur im äußersten Notfall um Hilfe bitten. Das heißt vorher alle ärztlichen und therapeutischen Hilfemöglichkeiten zu nutzen, bevor man einen Freund/den Partner belastet.

Sportsgeist: ein/e gute/r Verlier/in sein können; manche Menschen können einen nur dann aufbauen, wenn sie selbst mit ihren eigenen Erfolgen über einem stehen. Ein aufrichtiges Lob und die Freude über etwas, dass der/die Parter*in erreicht hat und indem sie/er besser ist als man selbst, kommt dagegen weniger häufig vor. Das ist schade. Man sollte auch gönnen können.

Absprache bei großen finanziellen Kosten

eine ausgeglichene Arbeitsteilung im Haushalt: Ordnung zu halten, zu putzen und zu kochen

ähnliche langfristige Ziele im Leben: wo wollen wir wohnen? suchen wir eine oder mehrere Beziehungspartner*innen? Familie? Arbeit und Karriere? gemeinsamer Urlaub?